Liebe Leserinnen und Leser, unter der Rubrik „Wahlhelfer“ starteten wir eine Serie von Artikeln, die in losem Abstand erscheinen und Ihnen einige Denkanstöße zur Entscheidungsfindung bei der nächsten Wahl anbieten. Sie sind in der Wahlkabine alleine, Sie können dort ankreuzen, was Sie wollen. Das ist Ihr Recht. Nutzen Sie es unbedingt! Heute: Überlegungen zu Deppen,…
1 Jan 2025
8 Minuten
Liebe Leserinnen und Leser,
unter der Rubrik „Wahlhelfer“ starteten wir eine Serie von Artikeln, die in losem Abstand erscheinen und Ihnen einige Denkanstöße zur Entscheidungsfindung bei der nächsten Wahl anbieten. Sie sind in der Wahlkabine alleine, Sie können dort ankreuzen, was Sie wollen. Das ist Ihr Recht. Nutzen Sie es unbedingt!
Heute: Überlegungen zu Deppen, Idioten und anderen Schwachköpfen.

In der letzten Zeit hören und lesen wir oft von Hausdurchsuchungen wegen des Vorwurfs der Beleidigung. Immer öfter zeigen Politiker:innen und :außen ihnen unliebsame Äußerungen im Web an und schicken die Polizei, die Anwälte und die Juristen los.
An dieser Stelle möchte ich gar nicht auf konkrete Vorfälle eingehen, sondern einige grundlegende Gedanken dazu in den Raum stellen. Ich nutze nachfolgend das Wort „Depp“ synonym für alle weiteren Arten von Beleidigungen bzgl. mangelnder Intelligenz wie z.B. „Schwachkopf“, „Trottel“, „Idiot“. Und ich behandle die Angelegenheit personenunabhängig.
Die Gedanken:
Wie wahrscheinlich ist es, dass die als „Depp“ titulierte Person tatsächlich ein Depp wäre? Wie hätte die „depperte“ Person unter der Voraussetzung mangelnder Intelligenz in ihre Position kommen sollen (z.B. Parlamentsmandat, Regierungsamt, hohes Behördenamt, hohe Parteifunktion usw.)? Wer hätte möglicherweise seine Hände schützend über die Person gehalten und ihren Weg bereitet? Und warum? Könnte dieser „Beschützer“ selbst ein „Depp“ sein mit einem eigenen „Beschützer“ oder müsste er schlau sein, um all das einzufädeln? Müsste man zumindest bei dem „Beschützer“ davon ausgehen, dass er voll zurechnungsfähig ist und all das wollte, was der „Depp“ machte? Wer würde „zufällig“ davon profitieren, dass diese „depperte“ Person in diesem Amt wäre?
Hätte man nicht auch einen dementen Affen in eine verantwortungsvolle Position setzen können, wenn es ein „Depp“ machen könnte?
Wozu bräuchten wir 700 Bundestagsabgeordnete, wenn sie überwiegend „Deppen“ wären? Müssten wir in diesem Fall von einer Demokratie- oder Amtssimulation sprechen? Wer würde ein solches Gespann „Depp/Beschützer“ in diesen Positionen haben wollen? Sie? Würde eine Parteiführung die Listenplätze zur Wahl an eher intelligente und streitbarere oder an eher „depperte“ Ja-Sager-Kandidaten vergeben wollen? Mit welchen wäre es für die Spitzen einfacher, Politik im eigenen Sinne oder im Sinne ihrer „Beschützer“ zu machen, so sie selbst welche hätten? Wäre es für ein Gremium, welches hohe Ämter besetzt, risikoloser, wenn es „Deppen“ berufen würde anstatt intelligente Menschen?
Wenn es „Beschützer“ gäbe, was wäre in diesem System der Unterschied zur Mafia?
Wie wahrscheinlich ist es, dass die als „Depp“ titulierte Person gar nicht dumm, sondern schlau wäre, aber sie würde die Folgen ihres Tuns nicht überschauen und daher den Anschein erwecken, „deppert“ zu sein? Ginge das überhaupt, schlau zu sein und die Folgen des eigenen Tuns nicht zu überblicken? Wie hätte es eine solche Person ohne die Folgen des eigenen Tuns überschauen zu können, in ein solches Amt schaffen können? Stellt sich auch hier die Frage der schützenden Hände? Oder täte diese schlaue Person absichtlich so, als ob sie „deppert“ wäre? Und warum?
Wie wahrscheinlich ist es, dass die als „Depp“ titulierte Person gar nicht dumm, sondern schlau wäre und die Folgen ihres Tuns sehr wohl überschauen würde? Dann müsste man davon ausgehen, dass sie bei klarem Bewusstsein und bei vollem Verstand wäre, gemeinhin als voll zurechnungs- und schuldfähig zu bezeichnen sei. Man müsste davon ausgehen, dass sie das, was sie täte, genau deswegen täte, weil sie das Ergebnis exakt so haben wollte, warum auch immer!
Denn wenn sie das Ergebnis absehen könnte und es nicht für gut einschätzte, dann würde sie einfach anders handeln, um ein besseres Ergebnis zu erzielen! Franklin D. Roosevelt wird dieses Zitat nachgesagt: „In der Politik passiert nichts zufällig. Wenn es doch passiert, war es so geplant.“
Müsste man im Falle negativer Ergebnisse auch das als 100 % beabsichtigt einstufen und je nach Kontext u.U. sogar Böswilligkeit unterstellen? Und sollte das Tun dabei absichtlich den Anschein des „deppert seins“ erwecken? Als Hintertür, wenn alles auffliegt und das Volk rebelliert? Nach dem Motto „Ich bin doch ein Depp, ich konnte es doch nicht wissen“?
„In der Politik passiert nichts zufällig. Wenn es doch passiert, war es so geplant.“Franklin D. Roosevelt
Was dürfen wir von Personen halten, die sich vehement wehren gegen den Vorwurf, „Depp“ zu sein? Sind sie es und merken es nicht? Sind sie es nicht und bestehen sie damit auf der Feststellung, dass sie voll zurechnungsfähig sind? Oder zeigen sie durch die Zurückweisung des Vorwurfs nicht vielleicht implizit doch, dass sie ein bisschen „deppert“ sind, denn wenn sie auf „voll zurechnungsfähig“ bestünden, dann hätten sie sich jegliche Auswege und Ausreden verbaut in für sie nicht so gut laufenden Angelegenheiten? Täte das ein Mensch, der um seine Fehlbarkeit wüsste und in derart hohen Ämtern permanent mit Widerstand und Schmutzkampagnen aller Art rechnen würde und sich vielleicht doch einen Plan B offen halten wollte?
Was bedeutet das alles für die Wahl?
Zweierlei:
Erstens:
Gehen wir bis zum Beweis des Gegenteils davon aus, dass alle handelnden Personen in der Politik intelligent sind und genau wissen, was sie tun und es tun, weil sie es genau so wollen!
Wenn die Personen sich durch die Einstufung als intelligent und genau wissend, was sie tun, beleidigt oder diskriminiert oder sonstwie beeinträchtigt fühlten, dann wäre ich gespannt auf die Gerichtsverhandlungen und die Beweisführung zum Nachweis der eigenen mangelnden Intelligenz.
Und: Bewerten wir im Wesentlichen das Wirken!
Waren ihre Taten für uns hilfreich? Kurz und langfristig? Gleichen wir ab, ob die in Frage kommenden Vertreter oder Parteien glaubwürdig waren und ihre Taten mit ihren Worten übereinstimmten, denn wie oft schon haben wir wohl klingende Worte gehört oder gut formulierte Papiere gelesen und anderslautende Beschlüsse gesehen?
Zweitens:
Wir als Wählerinnen und Wähler sollten theoretisch im Interesse einer besten und ausgewogensten Politik daran interessiert sein, die fähigsten Köpfe in den Parlamenten und hohen Ämtern zu sehen. Es gibt möglicherweise einen Interessenkonflikt zwischen uns Wählerinnen und Wählern und denjenigen, die Kandidatenlisten erstellen oder hohe Ämter besetzen!
Sie könnten geneigt sein, wenig denkende Ja-Sager auszuwählen, die schlicht tun, was ihnen aufgetragen wird.
Diese Ja-Sager wären auch wesentlich pflegeleichter bzgl. der „Fraktionsdisziplin“.
Können wir ausschließen, dass wir nicht auch den ein oder anderen „Deppen“ zur Wahl vorgelegt bekommen? Können wir ausschließen, dass wir nicht den ein oder anderen „Deppen“ in hohen Positionen haben? Karrieristen, denen alles egal ist, Hauptsache sie kommen voran in hohe Ämter und an dicke Gehälter?
Irgendeine Erfahrung wird Hannah Arendt zu der Aussage bewogen haben: „Totalitarismus, einmal an der Macht, ersetzt immer alle erstklassigen Talente – unabhängig von ihren Sympathien – durch jene Spinner und Trottel, deren Mangel an Intelligenz und Kreativität immer noch die beste Loyalitätsgarantie ist.“
Leben wir noch in einer Demokratie oder sind wir schon in einem Totalitarismus?
Wie hoch ist bei uns der Anteil der Ahrendt’schen „Spinner und Trottel“ im System? Reicht es für eine prosperierende Demokratie aus, wenn Wählerinnen und Wähler – also wir – alle vier Jahre (oder manchmal etwas früher) ein oder mehrere Kreuze auf einem Papier machen, um dann wieder für Jahre abzutauchen? Oder müssen wir die Komfortzone verlassen und uns dauerhaft stärker in die Politik einmischen und dafür sorgen, dass gutes Personal für gut durchdachte und ausgewogene Entscheidungen nach „oben“ kommt?
„Totalitarismus, einmal an der Macht, ersetzt immer alle erstklassigen Talente – unabhängig von ihren Sympathien – durch jene Spinner und Trottel, deren Mangel an Intelligenz und Kreativität immer noch die beste Loyalitätsgarantie ist.“Hannah Arendt
Schauen Sie sich die Ergebnisse der Politik der letzten Jahre an.
DIE ERGEBNISSE! Was wurde erreicht? Geht es aufwärts? Was erwartet uns in der Zukunft?
Seien Sie sich bewusst, alle Ergebnisse seit Ende des zweiten Weltkrieges gehen einzig und alleine auf die Konten der CDU, CSU, SPD, FDP, GRÜNE. Und seit 1990 auch der LINKEN. In Bund und Ländern haben AfD und BSW bis vor Kurzem noch keinen einzigen Tag mit regiert. BSW darf nun in zwei Landtagen etwas mitspielen.
Es gibt das Fairnessabkommenparteienkartell aus CDU, CSU, SPD, FDP, GRÜNE und LINKE. Verantwortlich für die bisherige Politik. Die zentralen, weit reichenden Weichenstellungen wie z.B. Energiepolitik, Klima, Corona, Migration wurden in BUND und Ländern und auch der EU parteienübergreifend mit kleinen, unwesentlichen Ausprägungsunterschieden von diesen genannten Parteien des Fairnessabkommenparteienkartells komplett mitgetragen. Und auf der anderen Seite gibt es BSW und AfD als größere Opposition, gelegentlich Freie Wähler und andere Splitterparteien.
Der Rest läuft unter „Ferner liefen …“
Schauen Sie sich die Ergebnisse an. Schauen Sie sich das Personal an. Bewerten sie selbst: Werden wir von Idioten regiert? Oder von intelligenten Menschen? Und was wäre Ihnen angesichts der Ergebnisse lieber? Reicht Wählen alleine aus? Oder müssen wir uns stärker in die Politik einmischen und dafür sorgen, dass gutes Personal nach „oben“ kommt? Denken Sie nach. Sie selbst. Und treffen Sie Ihre Entscheidung.
Meine Meinung. Sie dürfen selbstverständlich eine andere haben, müssen aber nicht. Sie sind frei in Ihrer Entscheidung.
It is your choice! Sie haben die Wahl. Am 23.02.2025.
Früher erschienen in dieser Artikelserie:
Wahlhelfer (1) – Wählen oder Nichtwählen, das ist hier die Frage https://initiativefreiundselbstbestimmt.com/2024/12/27/wahlhelfer-1-wahlen-oder-nichtwahlen-das-ist-hier-die-frage/
Bild: Open Offic, modifiziert qtfix0017




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