5 Jahre Corona-Regime: Der Leipziger Hausarzt, der nicht mehr impfen wollte

28. Januar 2025

von Alexander Wallasch

Die runden Tische für Toleranz und Mitmenschlichkeit laufen weiter. Der Hausarzt Torsten Mahn aus Leipzig-Connewitz hat dem Corona-Regime widerstanden und nicht mehr geimpft. Wie geht es ihm und seiner Praxis 2025? Ein wahrer Menschenfreund im großen Interview:

Corona ist doch vorbei. Wie findet man selbst wieder den Zugang zurück zu so etwas wie einer Normalität?

Das ist dieses typische Narrativ, das überall verbreitet wird: „Corona ist vorbei.“ Aber Corona ist in dem Sinne nicht vorbei: Uns ist in dieser Zeit allen bewusst geworden, dass es eine Spaltung in der Gesellschaft gibt, dass viele Dinge nicht gut gelaufen sind.

Und diese Folgen sehen wir heute noch. Ich merke das auch gerade hier bei mir in der Praxis, dass viele sich noch auf diese Zeit beziehen und es auch viele Probleme noch aus dieser Zeit gibt und viele Menschen sich dadurch auch wünschen, dass man anders mit dieser Zeit umgeht und dass wir aus dieser Zeit lernen, wie es in Zukunft besser gehen kann.

Kann es ein, dass das auch durch Ängste rund um den Ukraine-Krieg überlagert wird?

Der Ukraine-Krieg war für viele eine Sache, wo sie von Corona abgelenkt wurden. Ob da wirklich ein direkter Zusammenhang besteht, weiß ich nicht. Aber wir sind natürlich von vielen Krisenschauplätzen auf dieser Welt umgeben und das schürt Ängste. Corona ist das Beispiel par excellence, wo Ängste geschürt und in die Bevölkerung getragen wurden.

Es geht nicht darum, eine Angst mit der anderen Angst abzubauen, sondern es geht darum, generell Ängste abzubauen. Und das kann ich nicht dadurch erreichen, dass ich wieder eine neue Angst schaffe und damit die alte Angst einfach nur in den Hintergrund tritt, sondern diese Angst muss aufgearbeitet werden. Die großen Verwerfungen, die es in der Gesellschaft gibt, müssen aufgearbeitet werden, damit wir wieder angstfrei leben und wieder miteinander umgehen können, wie es sich für Menschen gehört.

Donald Trump ist US-Präsident geworden und hat sofort Gesundheitsminister Robert Kennedy Jr. ins Amt gehoben, der 2020 bei der großen Querdenken-Demonstration von Ballweg in Berlin eine Rolle spielte. Ist das für Sie ein Stück weit eine Genugtuung?

Von Genugtuung möchte ich da überhaupt nicht reden. Ich weiß nicht, wie sich das entwickelt. Ich weiß nicht, inwieweit dort wirklich eine Aufarbeitung angeschoben wird. Oder wie das in vielen Fällen ist, nachdem es Verwerfungen gegeben hat, dass wieder Schuldige gefunden werden, Schuldige, auf die man dann seinen ganzen Frust abladen kann, wo man sagt: Die waren ja schuld, also muss ich mich dann als normaler Bürger gar nicht mehr darum bemühen, was ich in der Zeit gemacht habe.
Wie bin ich in der Zeit mit meinen Mitmenschen umgegangen? Wie habe ich in der Zeit reagiert? Wo habe ich gesagt: Nein. Wo habe ich gesagt: Das mache ich mit? Oder wo war ich sogar aktiv und habe auch Leute denunziert oder ähnliches.

Und wenn wir dann von einer offiziellen oberen Aufarbeitung mit Anklagen hören, dann ist man immer ganz leicht dabei, zu sagen: Ja, es gibt den einen Schuldigen und der ist ja sowieso böse, also muss ich mich nicht mehr mit meiner eigenen Verantwortung in dieser Zeit beschäftigen. Ich hoffe, dass wir vielleicht doch einen Weg finden, wo die Leute, die besonders aktiv waren, auch ihre Verantwortung anerkennen und ihre Konsequenzen ziehen. Aber wo das auch abfärbt, wirklich in die Breite der Gesellschaft, in die Bevölkerung. Wo es darum geht, zu zeigen: Wie habe ich mich damals an welcher Stelle verhalten? Wo habe ich vielleicht einfach nur meinen Kollegen ausgegrenzt, weil ich gesagt habe: Okay, ich will nicht mehr mit dir an einem Kaffeetisch sitzen oder ähnliches? Ich glaube, es ist ein gesellschaftliches Problem und nicht nur ein Problem derjenigen, die an der Macht sind…

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