Der Aufzug der Anständigen

3. Februar 2025

Egon W. Kreutzer

Mit der Namensgebung „die Anständigen“ ist den Anständigen ein merkwürdiges Framing gelungen. Schon lange verstaubte der „Anstand“ in den tieferen Schichten der Alltagssprache, ziemlich genau da, wo auch das dem Anstand nah verwandte, jedoch aus der Mode gekommene „Benehmen“ seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Der semantische Rest des Anstands im Sprachempfinden geht über eine mäßig positive Einschätzung des Begriffs kaum mehr hinaus. Das Begriffspaar „Anstand und Sitte“ ist gar vollständig verschwunden,  so dass heute „Anstand“ auch ohne Sitte  gedacht werden kann, was den Umgang damit doch ganz erheblich erleichtert.

Aus großer Distanz betrachtet entpuppen sich diese Anständigen auf eine dümmlich-ignorante Weise als konservativ. Dümmlich-ignorant, weil ihr Konservatismus sich nicht auf das Gute, Nützliche und Bewährte bezieht, was bewahrt werden soll, sondern einzig auf ideologische Dogmen, an denen umso fester festgehalten wird, je untauglicher sie sich im Labor der Realität erweisen.

Das Mantra, mit dem die bösen Geister des Versagens den eigenen Hirnwindungen ferngehalten werden, tritt in immer neuen Variationen seiner Urform auf, die da lautet:

„Das war doch noch nicht der richtige Kommunismus.“

Damit wird die Trennung zwischen Marx, Lenin, Stalin, Pol Pot, Mao, Castro, etc. – und dem trotz der gemachten Erfahrungen weiter hochgehaltenen Ideal so chirurgisch sauber vollzogen, dass alle Kritik am menschenverachtenden Totalversagen lächelnd ignoriert werden und der nächste Anlauf davon unbelastet in Angriff genommen werden kann.

Die gleichen Schritte der Abtrennung der hehren Ideologie von der sich gegensätzlich darstellenden Realität werden uns tagtäglich auch in den folgenden „Beweisführungen“ untergejubelt.

  • Dass sich Deutschland mit seiner Vorreiterrolle in der Dekarbonisierung und Energiewende immer tiefer in eine Wirtschaftskrise stürzt, hat nur damit zu tun, dass wir zu spät damit begonnen haben und der momentane Zustand eben noch lange nicht die richtige Energiewende ist, die durch den Widerstand der Kritiker nur noch immer weiter hinausgezögert wird.
  • In der Corona-Krise war wegen der Impfverweigerer die richtige Herdenimmunität noch nicht erreicht, weshalb man bei der nächsten Pandemie, die unausweichlich über die Menschheit hereinbrechen wird, die Impfpflicht wirklich durchsetzen muss.
  • Es geht weiter mit der EU, die eben noch nicht das richtige Europa ist, und
  • mit der Migration, die noch nicht das richtige Multikulti ist, und
  • auch die dritte Toilette, das Selbstbestimmungsrecht und die frühkindliche Sexualisierung sind eben noch nicht das richtige Sodom und Gomorra.

Ich bin mir nicht sicher, ob sich die Anständigen in dieser Charakterisierung wiederfinden können, habe aber keine Idee, wie sie sich sonst selbst beschreiben wollten, wenn sie denn dazu in der Lage wären. Sie sind es aber – bauartbedingt – nicht.

Sie sind vollständig unreflektiert mit dem Gattungsbegriff „Anständige“ zufrieden. In dem Topf ist für viele und für alles Platz – und wo untereinander Toleranz herrscht muss man gar nicht erst anfangen zu differenzieren, es ist doch so einfach:

  • LGBTSQxy ist gut für Multikulti,
  • gutes Multikulti ist gut fürs Klima,
  • gutes Klima ist gut für Migration,
  • gute Migration ist gut fürs Bürgergeld,
  • gutes Bürgergeld ist gut für die Neuverschuldung,
  • gute Neuverschuldung ist gut für den Konsum,
  • guter Konsum ist gut für die Sozialsysteme,
  • gute Sozialsysteme sind gut für den Machterhalt,
  • guter Machterhalt ist gut für die EU,
  • eine gute EU ist gut für die westlichen Werte und
  • gute westliche Werte sind gut für LGBTSQxy.

Alles hängt mit allem zusammen. Alles zusammen ist anständig. Alle zusammen sind die Anständigen….

Dazu:

Habeck bei Lanz: Die nächste Zumutung

5. Februar 2025

Uwe Rapolder

Die Brandmauer muss schon allein deshalb fallen, damit sich die Herrschaften Minister und Ministerinnen von den links abgedrifteten Sozialdemokraten und Grünen endlich einmal an ihrer Leistung für dieses Land messen lassen müssen, statt trotz ihres permanenten Versagens automatisch und immer weiter an der Macht zu bleiben und Deutschland – willentlich! – endgültig abzuschaffen. Das Gleiche gilt für die unter Merkel neu errichtete Kaderpartei der CDU.

Wir brauchen endlich echten demokratischen Wettbewerb. Die deutsche Demokratie – gemeint ist die eigentliche, wahre Demokratie, nicht die “unsere Demokratie” des herrschenden Parteienkartells – schafft das sehr wohl! Dieses Geschrei gegen “rechts” hat sich extrem abgenutzt, das nehmen doch allenfalls noch die staatsabhängigen Nutznießer und die völlig Verschlafenen wahr.
Nicht-Leistung schlicht unglaublich

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