Vielleicht ist das Wichtigste, was man einander jetzt sagen kann, dies:
Steckt den Kopf nicht in den Sand. Nicht aus Trotz, nicht aus Müdigkeit, nicht aus Enttäuschung.
Es gab Zeiten, da war Widerstand laut, sichtbar, beinahe festlich.
Und es gab Zeiten – so wie diese –, da ist Widerstand leise, unscheinbar, manchmal kaum mehr als ein aufrechter Gang, ein Nein zur Lüge, ein Ja zur eigenen Wahrnehmung.
Lasst euch nicht einreden, das Leise sei wertlos.
Die Geschichte kennt keinen Fortschritt ohne jene, die still geblieben sind, als andere schrien – und standhaft, als andere sich abwandten.
2025 war ein Jahr der Erschöpfung.
Viele haben gegeben, erklärt, gewarnt, ausgehalten. Manche haben Freunde verloren, Ansehen, Sicherheit.
Das tut weh. Und es wäre unerquicklich, das kleinzureden.
Aber Müdigkeit ist kein Verrat.
Rückzug ist nicht Aufgabe.
Und Zweifel ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Denken.
Geht mit euch selbst so freundlich um, wie ihr es euch von einer gerechten Gesellschaft wünschen würdet.
Bewahrt euch die Fähigkeit zum Mitgefühl – auch für jene, die euch nicht verstanden haben.
Nicht, weil sie recht hätten. Sondern weil Verhärtung immer der Anfang von Niederlagen ist.
Und immer, wenn sie euch erzählen wollen, wie ihr euer Leben zu leben habt,
hört ganz aufmerksam weg.
Nicht aus Gleichgültigkeit, sondern aus Selbstachtung.
Denn wer euch das Leben erklären will, ohne eures zu kennen, meint selten euch –
sondern meist seine Ordnung.
2026 muss kein Jahr des großen Aufbruchs sein.
Es genügt, wenn es ein Jahr der Sammlung wird.
Der Klärung.
Der leisen Wiederaufrichtung.
Haltet fest an dem, was euch menschlich gemacht hat:
an der Weigerung, Unrecht normal zu finden,
an der Beharrlichkeit, Fragen zu stellen,
an der einfachen, unspektakulären Würde, nicht mitzulügen.
Widerstand ist kein Dauerlauf unter Applaus.
Er ist eher ein langer Spaziergang bei Gegenwind, bei dem man lernt, den Mantel fester zu schließen und weiterzugehen.
Bleibt. Holt tief Luft. Schaut genau hin. Redet, wenn es nötig ist.
Die Zeiten ändern sich nicht durch Lautstärke allein –
sondern durch Menschen, die sich weigern, innerlich zu kapitulieren.
Und das, so unscheinbar es wirken mag, ist mehr, als man euch glauben machen will.


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