Die Welt wirkt „nur“ chaotisch. Tatsächlich stehen mehrere Sicherungen gleichzeitig kurz vor dem Durchbrennen.

1. Mehrere Brandherde – ein schlechter Funke reicht

Ukraine: Der Krieg geht ins vierte Jahr. Russland setzt neue Hyperschallraketen ein, sogar nahe der EU-Grenze, und beschießt gezielt Infrastruktur. Das erhöht das Risiko, dass ein Treffer auf NATO-Gebiet zur direkten Konfrontation führt.

Nahost: Nach Gaza-Krieg und Israel–Iran-Konflikt herrscht ein „bewaffneter Waffenstillstand“: Hisbollah, Iran, Israel und die Huthi im Roten Meer bleiben auf Anschlag. Ein Fehler, ein Raketenangriff zu viel – und der Konflikt springt eine Stufe höher.

Weitere Kriege: Sudan, Myanmar, Sahel, Haiti – Konflikte, die kaum Schlagzeilen bekommen, aber Millionen Menschen betreffen und ganze Regionen destabilisieren.

Kernaussage: Wir leben nicht mit einem Krieg, sondern mit einem Flickenteppich von Konflikten, die sich gegenseitig anheizen.

2. Großmächte im Clinch – mit Nuklearoption

Russland vs. NATO: Militärische Angriffe, Sanktionen, Truppenverlegungen – gleichzeitig gescheiterte oder zurückgewiesene „Friedenspläne“. Das hält den Konflikt in einer Dauergrauzone zwischen Krieg und Frieden.

USA vs. China: Aufrüstung und Militärübungen rund um Taiwan und im Westpazifik, massive Waffenlieferungen an Taiwan – beide Seiten bauen Abschreckung auf, aber genau das erhöht das Risiko eines Fehlers oder einer Eskalation.

Brisanz: Wenn hier etwas schiefgeht, reden wir nicht mehr über „Regionalkonflikt“, sondern über einen Krieg mit Atommächten auf mehreren Seiten.

3. Rüstung auf Rekordniveau – Soziales und Klima zahlen die Zeche

Die weltweiten Militärausgaben liegen bei über 2,7 Billionen Dollar, im zehnten Jahr in Folge mit Zuwachs – der stärkste Anstieg seit Ende des Kalten Krieges, vor allem in Europa und im Nahen Osten.

Die 100 größten Rüstungskonzerne melden Rekordumsätze – während viele Staaten bei Bildung, Gesundheit und sozialer Sicherung kürzen.

Konfliktlogik: Geld, das in Panzer, Raketen und Drohnen fließt, fehlt bei Umweltschutz, Armutsbekämpfung und Stabilisierung – also genau dort, wo die Ursachen zukünftiger Kriege liegen.

4. Wirtschaft am Limit – perfekte Mischung für Unruhen

Die UNO warnt: Geopolitische Spannungen, Zölle und Kriege drücken das Weltwachstum, während Schulden und Ungleichheit steigen.

Extremwetter, zerstörte Lieferketten, teure Energie und Lebensmittel: Für viele Länder reicht ein zusätzlicher Schock – und es kommt zu Aufständen, Staatszerfall oder neuen autoritären Regimen.

Folge: Wer ohnehin wenig hat, zahlt doppelt – erst für „Sicherheit“, dann für die Schäden der Krisen.

5. Demokratie unter Druck – nach außen Krieg, nach innen Kontrolle

Unter dem Vorwand von „Sicherheit“ wächst die Akzeptanz für Überwachung, Zensur und Ausnahmezustände.

Kritische Stimmen werden schnell als „Extremisten“, „ausländische Propaganda“ oder „Sicherheitsrisiko“ abgestempelt und sanktioniert – statt sich mit ihren Argumenten auseinanderzusetzen.

Gefahr: Je stärker die Welt nach außen militarisiert, desto größer die Versuchung, nach innen autoritärer zu regieren.

Was heißt das für uns?

Brisant ist die Lage, weil mehrere Krisen gleichzeitig laufen, die sich gegenseitig verstärken – und weil die Antwort der Regierenden vor allem in mehr Waffen, mehr Drohungen und mehr Kontrolle besteht.

Gefährlich wird es, wenn wir das hinnehmen wie einen Wetterbericht: „Ist halt so.“ Dann bekommen wir eine Welt, in der Krieg Normalzustand ist und Demokratie Dekoration.

Was wir tun können

Informieren, statt nur konsumieren.

Diskutieren – auch mit Menschen, die anders ticken.

Druck machen: für Diplomatie, Waffenstillstände, Abrüstung, soziale Sicherheit und Grundrechte.

Und: Wählen Sie künftig Parteien, die für Abrüstung und Verhandlungen stehen.

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