2.März 2026
Wir beobachten die aktuelle Eskalation im Nahen Osten mit großer Sorge und verurteilen jede Form militärischer Gewalt, die das Risiko eines Flächenbrandes erhöht, auf das Schärfste. Die Entwicklungen der letzten Tage zeigen erneut, wie schnell politische Entscheidungen getroffen werden, deren Folgen Millionen Menschen betreffen, während die öffentliche Debatte auf einfache Lagerlogik reduziert wird.
Für uns steht im Mittelpunkt: Krieg ist kein Instrument der Lösung, sondern fast immer der Beginn neuer, langfristiger Instabilität. Militärische Eskalationen schaffen keine Sicherheit, sie verschieben Gewalt, zerstören zivile Räume und verhärten Fronten, die später kaum noch aufzulösen sind.
Wir kritisieren die politische Logik, die glaubt, komplexe Konflikte durch militärische Überlegenheit kontrollieren zu können. Jede Eskalation erzeugt Gegenreaktionen, jeder Angriff produziert neue Rechtfertigungen für weitere Gewalt. Dieser Kreislauf ist bekannt, historisch vielfach belegt und dennoch scheint er sich immer wieder zu wiederholen.
Besonders gefährlich ist die aktuelle öffentliche Diskussion, in der moralische Schwarz-Weiß-Bilder dominieren und differenzierte Stimmen schnell diskreditiert werden. Wer nur noch in Freund und Feind denkt, verliert die Fähigkeit, Folgen abzuschätzen. Genau diese geistige Verhärtung ist ein zentraler Teil des Problems.
Als Gruppe Störung & Wirkung stehen wir für eine andere Haltung: für kritisches Denken statt Lagerdenken, für Analyse statt Reflexe und für die klare Erkenntnis, dass jede militärische Eskalation zuerst die Zivilbevölkerung trifft, nicht die Strategen, die sie beschließen.
Wir fordern deshalb:
– sofortige Deeskalation und internationale Bemühungen um diplomatische Lösungen
– eine öffentliche Debatte, die sich nicht von Kriegsrhetorik treiben lässt
– transparente politische Entscheidungen statt emotionaler Mobilisierung
– den Vorrang von Menschenleben vor geopolitischen Interessen
Unser Anliegen ist nicht, eine Seite moralisch reinzuwaschen oder die andere absolut zu verurteilen. Unser Anliegen ist, den Mechanismus zu benennen, der immer wieder in dieselbe Sackgasse führt: Gewalt erzeugt Gegengewalt, bis niemand mehr behaupten kann, den Überblick zu haben.
Wir halten daran fest, dass echte Sicherheit nicht durch Bombardierungen entsteht, sondern durch politische Lösungen, die auch nach dem Konflikt tragfähig bleiben. Alles andere ist kurzfristige Machtdemonstration mit langfristigen Schäden.
Störung bedeutet für uns im Moment, die gewohnte Logik zu hinterfragen.
Wirkung bedeutet, Verantwortung einzufordern, bevor irreversible Entscheidungen getroffen werden.
(Störung und Wirkung)



Hinterlasse einen Kommentar