2 April 2026
War On Iran: It Is Cheaper To Pay For Hormuz Passage Than To Wage War
U.S. President Donald Trump is reportedly ready to give up on the Persian Gulf passage:
Trump Tells Aides He’s Willing to End War Without Reopening Hormuz (archived) – WSJ
In recent days, Trump and his aides assessed that a mission to pry open the chokepoint would push the conflict beyond his timeline of four to six weeks. He decided that the U.S. should achieve its main goals of hobbling Iran’s navy and its missile stocks and wind down current hostilities while pressuring Tehran diplomatically to resume the free flow of trade. If that fails, Washington would press allies in Europe and the Gulf to take the lead on reopening the strait, the officials said.
There are also military options the president could decide on, but they are not his immediate priority, they said…
weiter: https://www.moonofalabama.org/…/war-on-iran-it-is…
Krieg gegen Iran: Es ist billiger, für die Passage durch Hormus zu zahlen, als Krieg zu führen
US-Präsident Donald Trump scheint offenbar bereit zu sein, die Konfrontation zu beenden, auch wenn die Straße von Hormus nicht wieder unter westliche Kontrolle gebracht wird.
Der Gedanke dahinter: Eine militärische Öffnung der Meerenge würde den Krieg weit über den von Trump gesetzten Zeitraum hinaus verlängern. Deshalb soll Washington seine wichtigsten Ziele inzwischen eher darin sehen, die iranische Marine und die Raketenbestände zu schwächen, die laufenden Feindseligkeiten zurückzufahren und Teheran diplomatisch unter Druck zu setzen, damit der Handel wieder in Gang kommt. Sollte das nicht gelingen, sollen offenbar europäische und Golfstaaten stärker in die Pflicht genommen werden. Weitere militärische Optionen gebe es zwar, doch sie hätten derzeit offenbar keine Priorität.
Trump erwägt diesen Rückzug nicht aus Großmut, sondern weil die USA praktisch nicht in der Lage sind, die Passage tatsächlich mit Gewalt wieder zu öffnen. Der US-Marine fehlen dafür grundlegende Mittel, vor allem ausreichende Kapazitäten zur Minenräumung. Gleichzeitig fehlt ihr die notwendige Tiefe an Munition und Schutz, um dem massiven Beschuss durch Raketen, Drohnen und Torpedos standzuhalten, dem ihre Schiffe in der Straße von Hormus ausgesetzt wären.
Iran kontrolliert rund 270 Grad des gekrümmten Seewegs. Die Küste ist gebirgig, zerklüftet und voller geschützter Stellungen, aus denen jederzeit Waffen eingesetzt werden können. Wer diese Passage mit Gewalt dauerhaft öffnen will, müsste die iranische Küste nicht nur angreifen, sondern mit einer Streitmacht von weit über 100.000 Soldaten einnehmen und halten. Eine solche Truppe existiert dafür nicht, und kein Staat ist bereit, seine Soldaten in ein derartiges Himmelfahrtskommando zu schicken.
Trump sucht daher nun nach anderen, die die von ihm selbst mitverursachte Blockade aufbrechen sollen. Die Botschaft an andere Staaten lautet im Kern: Wer auf Treibstoff und Waren durch Hormus angewiesen ist, soll gefälligst selbst handeln. Die USA hätten genug eigene Vorräte, und andere Länder sollten endlich lernen, für ihre Interessen selbst zu kämpfen. Der harte Teil sei erledigt, nun könnten sich andere den Rest holen.
Nach 32 Tagen von Trumps Linie, die man mit „mein Krieg, euer Hormus-Problem“ zusammenfassen könnte, habe sich die amerikanische Rhetorik durch mehrere peinliche Wendungen bewegt: erst der Ruf nach NATO-Hilfe, dann die Enttäuschung über ausbleibende Unterstützung, anschließend die Behauptung, man brauche ohnehin niemanden, dann wieder Appelle an asiatische Verbündete, danach trotziges Großmachtgerede und schließlich die Aufforderung an andere, doch selbst die Straße von Hormus zu übernehmen.
Doch dafür wird es kaum Freiwillige geben.
Für jene Staaten, die weiterhin auf die Passage ihrer Waren durch die Meerenge angewiesen sind, gibt es allerdings auch andere Lösungen.
Der Ausschuss für nationale Sicherheit des iranischen Parlaments, des Majlis, hat Berichten zufolge eine Regelung für künftige Passagen durch die Straße von Hormus gebilligt. Demnach würde Iran künftig Gebühren für die Durchfahrt verlangen, und zwar in der Landeswährung Rial. Den USA und dem zionistischen Regime soll die Durchfahrt untersagt werden. Auch Staaten, die einseitige Sanktionen gegen Iran verhängt haben, sollen ausgeschlossen werden. Gleichzeitig sollen die iranischen Streitkräfte die sichere Passage für zugelassene Schiffe garantieren. Oman soll eingeladen werden, Teil dieses neuen rechtlichen Rahmens zu werden.
Dieses Modell würde mehrere Probleme zugleich lösen.
Erstens könnten die Durchfahrtsgebühren dazu beitragen, die Zerstörungen zu finanzieren, die der US-israelische Krieg im Iran angerichtet hat.
Zweitens würde die Zahlung in Rial die stark geschwächte iranische Währung stützen. Das könnte mehr Importe ermöglichen, den Inflationsdruck mindern und die Einkommen der Bevölkerung indirekt verbessern.
Drittens könnte die Wirkung einseitiger US- und EU-Sanktionen unterlaufen werden, wenn andere Staaten sich entscheiden, diesen Sanktionen nicht länger zu folgen.
Für Europa und Asien wäre es unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten deutlich günstiger, eine Maut von beispielsweise zehn Prozent auf durchgeleitetes Öl zu zahlen, als wegen anhaltender Blockade Preissteigerungen von hundert Prozent oder mehr infolge knapper Versorgung hinzunehmen.
Auch für die arabischen Golfstaaten wäre ein fortgesetzter Ölfluss trotz Zusatzkosten profitabler, als bei einer länger andauernden Blockade überhaupt keine nennenswerten Verkäufe mehr zu haben.
Historisch gesehen stand die Straße von Hormus über weite Strecken unter persischem Einfluss, einschließlich der westlichen Küstenbereiche, bis sich 1763 die Britische Ostindien-Kompanie mit Gewalt in Basra festsetzte. Nun könnte sich für Persien beziehungsweise Iran die Gelegenheit ergeben, diese Kontrolle in neuer Form zurückzugewinnen.
Wenn Iran diese Rolle auf faire Weise ausübt und den normalen Handel nicht unangemessen behindert, gibt es aus Sicht des Textes keinen zwingenden Grund, warum neutrale Staaten sich dieser Veränderung widersetzen sollten.



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